WissGrid
 
 
 
 
 
 



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Grid für die Wissenschaft

Als Projekt im 3. D-Grid Call hat sich WissGrid die nachhaltige Etablierung von organisatorischen und technischen Strukturen für den akademischen Bereich im D-Grid zum Ziel gesetzt. Dabei bündelt WissGrid die heterogenen Anforderungen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und entwickelt so konzeptionelle Grundlagen für die nachhaltige Nutzung der Grid-Infrastruktur sowie IT-technische Lösungen. In diesem Kontext stärkt das Projekt die organisatorische Zusammenarbeit der Wissenschaften im Grid und senkt die Eintrittsschwellen für neue Community-Grids. Aus den Zielen leiten sich die drei Hauptarbeitsaufgaben von WissGrid ab:

  1. Betriebsmodell für akademische Grid-Nutzer

  2. Blaupausen für neue Community-Grids

  3. Langzeitarchivierung von Forschungsdaten

Mit dem Betriebsmodell wird eine Interessenvertretung für die akademischen Anwender und Communities in D-Grid etabliert. Hier ist es von besonderer Bedeutung, dass die standortübergreifende Verwendung von IT-Ressourcen im D-Grid den Anwendern einen Mehrwert auf der Grundlage ihrer Anforderungen bereitstellen kann. Die Anwender erhalten mit einer Interessenvertretung die organisatorischen Rahmenbedingungen, um ihre Anforderungen in D-Grid gezielt und disziplinübergreifend einbringen zu können. Damit kann die Einstiegsschwelle für Communities und einzelne Anwender weiter gesenkt und die Effizienz organisatorischer Prozesse für diese Zielgruppe erheblich verbessert werden. Ebenso soll im Rahmen des Betriebsmodells die standortübergreifende Finanzierung von IT-Ressourcen im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Förderprojekten als kooperatives Trägermodell realisiert werden. Hierzu werden Abstimmungen mit repräsentativen Vertretern der Universitäten sowie der Fördergeber durchgeführt. Die daraus entstehenden Ergebnisse werden als Betriebsmodell zusammengeführt.

Der Innovationsschritt hin zur Nutzung des Grid stellt insbesondere für neue wissenschaftliche Anwender bzw. Communities eine konzeptionelle und technische Herausforderung dar. Aus diesem Grund werden Blaupausen für die Migration in das Grid und für einen Community-spezifischen Nutzersupport benötigt. Das Konzept der Blaupausen baut auf den Erfahrungen und Best Practices der beteiligten Communities AstroGrid-D, C3-Grid, HEPGrid, MediGRID und TextGrid aus der ersten Förderphase in D-Grid auf. Es werden allgemeine Schulungsansätze, Organisationskonzepte sowie Prozesse für die organisatorische und technische Einbindung in das Grid entwickelt und dokumentiert, um neuen Communities anhand dieser Leitfäden den Einstieg in die Nutzung von D-Grid zu erleichtern. Zur Evaluation und Weiterentwicklung der Konzepte werden Fachberater auf Grundlage der entwickelten Blaupausen Unterstützung für fünf neue akademische Communities leisten. Hiermit wird die bereits bestehende Unterstützung des DGI auf Betriebssystem-, Basis-Tool- und Middleware-Ebene der Ressourcenprovider um eine Supportstruktur auf Anwendungsebene ergänzt. Des Weiteren erhalten neue Communities Unterstützung beim Aufbau einer eigenen, disziplinbezogenen Supportstruktur. In Verbindung mit dem Betriebsmodell stehen damit übergreifende organisatorische Rahmenbedingungen zur Verfügung, die so in die wissenschaftlichen Communities in D-Grid hineingetragen werden.

Um den Anforderungen an die gute wissenschaftliche Praxis gerecht zu werden, ist es notwendig, die Forschungsprimärdaten auch im Grid langfristig verfügbar zu halten und sie für weitere Forschungsvorhaben wiederverwendbar zu archivieren. Voraussetzungen dafür sind z.B. persistente Identifizierungsmerkmale und Metadaten, die das Wiederauffinden von Daten in großen Beständen ermöglichen. An dieser Stelle setzt die digitale Langzeitarchivierung an, bei der der Hauptfokus auf der Nachnutzbarkeit elektronischer Daten liegt, u. a. mittels Persistent Identifier und dem Einsatz von Metadaten. Daher wird in WissGrid ein Community übergreifendes Konzept zur Langzeitarchivierung von Forschungsprimärdaten entwickelt und implementiert. Organisatorisch und technisch wird die Langzeitarchivierung in die Blaupausen und das Betriebsmodell eingebettet. Neue Community-Grids und die bestehenden Communities erhalten damit die notwendige Unterstützung für den Aufbau der Langzeitarchivierung ihrer Forschungsprimärdaten.

Die Arbeit von WissGrid findet in Kooperation der D-Grid gGmbH und in enger Abstimmung mit dem DGI und der DGSE statt. Konsortialführer ist der Präsident der Universität Göttingen Prof. Dr. Kurt von Figura.